Fuerteventura ist die größere Insel und hat ein Siebtel der Einwohner. Wer zwischen den beiden schwankt, entscheidet nicht über Sandfarbe oder Wassertemperatur, sondern darüber, wie viel Betrieb er im Urlaub haben will.

Fuerteventura ist mit 1.660 km² größer als Gran Canaria mit 1.560 km² – hat aber nur 127.000 Einwohner gegenüber rund 863.000. In Einwohnern pro Quadratkilometer: Gran Canaria kommt auf 553, Fuerteventura auf knapp 80.
Alles andere folgt daraus. Gran Canaria hat mit Las Palmas eine Großstadt von rund 380.000 Einwohnern, eine durchgehend bebaute Südküste, Einkaufszentren, Nachtleben und für jedes Budget ein Hotel. Fuerteventura hat vier Urlaubsorte – Corralejo, Caleta de Fuste, Costa Calma und Morro Jable – und dazwischen fast nichts.
Fuerteventura liegt flach und ungeschützt im Nordost-Passat, und der weht dort verlässlich – von Frühjahr bis Herbst am stärksten. An der Playa de Sotavento auf der Halbinsel Jandía erreicht er mittags regelmäßig 7 bis 8 Beaufort.
Für Kite- und Windsurfer ist das der Grund, überhaupt zu kommen: Sotavento hat eine Lagune, die bei auflaufendem Wasser entsteht, im Süden flach genug für Anfänger, im Norden anspruchsvoll. Die großen Stationen sitzen direkt am Strand.
Für alle anderen ist derselbe Wind der Haken. Ab mittags fliegt Sand, der Sonnenschirm wird zum Problem, und die gefühlte Temperatur liegt unter der gemessenen. Windschutz aus Steinen aufzuschichten ist an manchen Stränden kein Spleen, sondern Standard.
Auf Gran Canaria weht derselbe Passat, nur trifft er dort auf ein hohes Inselinneres statt auf eine flache Insel. Windstill ist keine von beiden – aber an Fuerteventuras offenen Stränden merkt man es deutlicher.
Auf Gran Canaria sind es die Dünen von Maspalomas: 404 Hektar zwischen Leuchtturm und Playa del Inglés, seit 1987 Naturschutzgebiet, bis zu 20 Meter hohe Kämme. Drumherum liegt die vollständig ausgebaute Hotelzone, man läuft in fünf Minuten von der Rezeption in die Wüste und danach zurück ins Buffet.
Auf Fuerteventura liegen die Dünen von Corralejo im Norden, direkt an der Küste, mit Blick auf die vorgelagerte Insel Lobos und dahinter Lanzarote. Sie sind größer, leerer und laufen ohne Zaun in den Strand aus. Dafür gibt es weniger drumherum.
Auf Gran Canaria liegt der Flughafen im Osten, die Hotelzonen im Süden – das bleibt eine kurze Fahrt.
Auf Fuerteventura ist der Flughafen bei Puerto del Rosario ungefähr in der Inselmitte, und die Urlaubsorte ziehen sich nach beiden Seiten:
Wer Jandía bucht, verplant also gut drei Stunden allein für Hin- und Rückfahrt. Bei einer Woche ist das ein spürbarer Anteil. Bei der Hotelwahl auf Fuerteventura ist die Ortsfrage deshalb wichtiger als auf Gran Canaria.
| Kategorie | Vorteil |
|---|---|
| Leere Strände, Weite | Fuerteventura |
| Kite- und Windsurfen | Fuerteventura |
| Hotelauswahl und Infrastruktur | Gran Canaria |
| Kurze Transferzeiten | Gran Canaria |
| Windgeschützt am Strand liegen | Gran Canaria |
| Ausgehen, Shopping, Abwechslung | Gran Canaria |
Für den ersten Kanaren-Urlaub und für alle, die Auswahl wollen, ist Gran Canaria die sicherere Buchung. Mehr Hotels, kürzere Wege, weniger Wind, und wenn das Wetter mal nicht mitspielt, gibt es etwas anderes zu tun.
Fuerteventura lohnt sich, wenn Strand und Ruhe wirklich der Zweck der Reise sind – oder wer aufs Wasser will. Wer nur windstill in der Sonne liegen möchte, fährt woanders besser.
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